One Man Company Builder mit verschiedenen Netzwerken

„Mich hat einfach immer Technik fasziniert. […] Für mich war das so faszinierend – du sitzt in Oberösterreich und du kannst eine Website aufmachen in Australien. Jetzt ist das für jeden komplett normal.“, berichtet Jürgen mit oberösterreichischem Dialekt-Einschlag über Webcam aus Hongkong. Von dort aus arbeitet er nun in seinen eigenen Worten als „One Man Company Builder mit verschiedenen Netzwerken“ und fokussiert sich dabei v.a. auf Blockchain Technologie, Crypto Currencies und Tokenisierung.

Im Gespräch kommt heraus, dass Jürgen schon immer jemand war, der technologische Trends früh erkannt hat – eine Art technologisches Frühwarnsystem sozusagen. Auf die Frage hin, wie er denn seine Ideen generiert, antwortet er unverblümt es sei nicht anders als bei einem herkömmlichen Analysten in der Finanzwelt: Man analysiert wie Dinge ablaufen und bildet sich eine Meinung darüber. Dazu sei es aber auch wichtig den Medienclutter unserer Zeit zur Seite zu schieben und seinem eigenen Instinkt zu folgen – wenn wir doch alle Jürgen Höbarth’s Instinkt hätten.

“Wat isn jetz Crypto Oma?”

Dieser Instinkt ist es auch, der Jürgens Interesse an Krypto schon geweckt hat, als diese noch in den Kinderschuhen steckte. „Was E-Mail zur traditionellen Post ist, [sind] Crypto Currencies zur traditionellen Geldwirtschaft“, erklärt uns Jürgen in einem Satz. Damit könne man derzeit online bezahlen und v.a. auch spekulieren. Spekulieren sei hier allerdings das Stichwort, denn investieren und spekulieren würden in diesem Kontext häufig verwechselt.

Ob man heute noch in Bitcoin investieren sollte? Wenn man Jürgen um seine professionelle Meinung bittet, sei das eine Frage die sich jede_r selbst stellen muss. Was für traditionelle Investitionsmethoden gilt, gelte auch für Bitcoin und Co.: Vorerst sollte man ein allgemeines Verständnis für die Grundlagen des Finanzwesens aufbauen und für sich persönlich entscheiden, ob man es finanziell verkraften könne auch Geld dabei zu verlieren. Wenn man denkt, man könne einmal in Krypto investieren und danach sofort seinen Job kündigen und einen Sportwagen kaufen, liege man falsch, meint Jürgen.

Pumpamental vs. Fundamental

Wichtig sei auch Bitcoin derzeit als ein eher langfristiges Investment zu betrachten und die Kryptowährungen zugrundeliegende Kultur verstehen zu lernen. Diese könne nämlich durch unterschiedlichste (Hype-)Faktoren stark beeinflusst werden – daher auch die Unterscheidung zwischen sogenannten „Fundamental“ und „Pumpamental“ Coins. Ein Beispiel zur Erklärung: „Kim Kardashian macht einen Fonds auf für Crypto. Ich bin mir sicher die kann eine Milliarde raisen, weil würd man investieren wenn Kim Kardashian eine Coin macht? Klar, weil da sind Pumpamentals da“ und diese erzeugen eine gewisse Aufmerksamkeit, einen gewissen Hype und dadurch auch den Reiz darin Geld anzulegen.

„Wenn die ZIB über etwas berichtet, dann ist es da“

Ein Hype, über den in den letzten Wochen sogar in gängigen österreichischen Medien berichtet wurde, ist jener um NFTs – non fungible tokens. Diese, meint Jürgen, könne man sich als eine Art Container vorstellen, in den man verschiedene Dinge hineinpacken kann. So könnte theoretisch von einer Wohnung bis zu einem Turnschuh alles digital durch ein NFT repräsentiert werden. Klingt komplex? Ist es auch. Aber wenn es nach Jürgen geht werden NFTs in einigen Jahren sogar noch weiter verbreitet sein als Crypto Currencies selbst.

To the moon?

Letztlich ist das, was wir bisher von NFTs, Krypto und ihren Begleitern gesehen haben aber nur ein kleiner Teil des unvorstellbaren Zukunftspotenzials einer Technologie, die von vielen Verfechter_innen auch als Katalysator eines größeren, systemischen Wandels unserer Gesellschaft betrachtet wird. „Technologie soll Dinge vereinfachen und Dinge optimieren. Ich brauch jetzt nicht für jede Standard Transaktion von einer Wohnung einen Rechtsanwalt und für jede GesmbH Eröffnung muss dieser und jener unterschreiben“, das könne man durchaus effizienter gestalten, stimmt Jürgen dem Thema bei. Dennoch glaubt er nicht daran, dass eine vollständige Dezentralisierung unserer Systeme tatsächlich möglich sein könnte. Am Ende denkt er, wird eine Kombination aus Neuem und Bestehendem gefunden werden.

Autorin: Lena Silberbauer

 

 

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