Ehemaliges Mitglied des Österreichischen Parlaments

Bevor sie in die Politik wechselte, begann Steph ihre Karriere im Unternehmertum. Als frühes Mitglied des Corporate-Venture-Builders Pioneers war Steph an vielen verschiedenen Projekten beteiligt, durfte Startups in der Wachstumsphase begleiten, Gleichgesinnte zusammenbringen und auch eigene Initiativen in die Wege leiten. In die Politik zu gehen war bis dato nie wirklich eine Option für Steph. Zu dem Zeitpunkt als sie gefragt wurde bei der nächsten Wahl mitzukandidieren, bezeichnet sie sich selbst sogar als politikverdrossen. Doch der Wendepunkt kam ganz plötzlich an einem Tag nachdem chancen:reich, Stephs Herzensprojekt und Karrieremesse, welche Geflüchtete und Unternehmen auf der Suche nach qualifizierten Fachkräften zusammenbringt, zum ersten Mal erfolgreich über die Bühne gegangen war: “Aber gleichzeitig hatte ich diesen Moment […] wo ich mir gedacht habe damn ja, da ist ein Impact da, aber um da jetzt wirklich noch was weiter zu verändern, müsste ich in die Politik gehen. Weil die nämlich die Rahmenbedingungen schaffen.” Und so wurde Steph 2017 Nationalratsabgeordnete, die sich während ihrer Zeit im Parlament für Themen wie Sexualerziehung, KI-Regulierungen und auch für den Klimawandel einsetzte.

Politik & Unternehmertum – Unterschiede & Gemeinsamkeiten

Auf die Frage, ob man denn als Politiker:in oder als Unternehmer:in größeren Einfluss nehmen kann, überlegt Steph kurz. Die Dimension der Politik sei eben eine andere, sagt sie dann, manchmal stimme man über Themen ab, bei denen es um Millionen oder gar Milliarden an öffentlichen Investitionen gehe. Was sie aber erkannt habe, ist, dass die unternehmerische Denkweise – ein Problem sehen, eine Lösung finden und diese umsetzen – erst noch in die politische Sphäre vordringen muss: “Ja, es wird sehr oft über Probleme gesprochen, es wird auch über die Lösungen gesprochen, nur irgendwie haperts dann oft bei der Umsetzung”. Lagerdenken, Bürokratie und auch das bloße Planen von einer Legislaturperiode zur nächsten würden oft verhindern, dass tatsächlich Veränderungen in Gang gesetzt werden. Dennoch seien viele unternehmerische Aspekte des unternehmerischen Denkens in der Politik von großem Wert. Im Gegensatz zur Politik ist Mut im Unternehmertum kein Fremdwort – gerade, wenn es darum geht, potenziell Fehler zu machen. Während es für Unternehmer:innen zum Erfolg selbstverständlich dazugehört, auch einmal falsche Entscheidungen zu treffen und aus diesen zu lernen, kann man es sich als Politiker:in kaum leisten, Fehltritte oder Wissenslücken zuzugeben.

Eine positive Fehlerkultur zu schaffen und den Mut zur Lücke vom Unternehmertum auch in die Politik zu bringen, wären daher für Steph zwei wesentliche Aspekte, in denen die Bereiche voneinander lernen und profitieren könnten.

T.U.N.

Aber wir sind eigentlich hier, um mit Steph über wie man etwas bewegt zu sprechen. Für Steph ist das A und O dabei, einfach rauszugehen und das zu tun, wofür man eine echte Leidenschaft hat – ob es nun ein bestimmtes Thema ist oder viele verschiedene. Man müsse einfach mutig sein, sich was trauen, sich mit Menschen zusammentun, die unsere Ideen unterstützten und einfach irgendwo anfangen – “1% ist die Idee und 99% ist die Umsetzung”.

Allerdings ist dieser Weg nicht immer einfach. Für viele Social-Impact-Startups kommt früher oder später der Punkt, an dem das Wirken und Verändern etwas in den Hintergrund tritt und stattdessen Profit zu erwirtschaften und das Unternehmen am Laufen zu halten, mehr Raum einnimmt. Um in diesen Fällen das eigentliche Ziel, das das Unternehmen anstrebt, nicht aus den Augen zu verlieren, ist es Steph’s Meinung nach besonders wichtig, dafür zu sorgen, dass die Mission klar formuliert und für jede:n im Team präsent ist. Zudem sollte man regelmäßig überprüfen, ob das, was man tut, noch dazu beiträgt, die Vision des Unternehmens zu erreichen. Darüber hinaus sei es als Social Entrepreneur ebenso unerlässlich, das Spannungsfeld zwischen Wirtschaftlichkeit und der sozialen und/oder ökologischen Komponente offen und ehrlich anzuerkennen. Schließlich müsse dieser Konflikt nicht immer etwas Schlechtes bedeuten, sondern könne auch als Chance gesehen werden, um Diversität zu fördern und neue, revolutionäre Lösungswege zu finden.

Mehr Infos zu Steph findet Ihr unter:

 

Autorin: Lena Silberbauer

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